TYPO3 Developer Days 2018 – Themen, Trends und Karaoke

Lidia, Annett | Veranstaltungen | Technologie

Unsere TYPO3 Entwicklerinnen Lidia und Annett haben sich auf den TYPO3 Developer Days 2018 in Düsseldorf ein wenig umgehört und einiges für ihre Arbeit mitnehmen können. Welche TYPO3 Themen und Trends im Fokus standen, berichten die beiden hier.

Foto: Patrick Broens

#t3dd18 - Drei Themen im Fokus

Da wir hier nicht die ganze thematische Vielfalt der Konferenz wiedergeben können, wollen wir uns auf drei Themen beschränken, die für unsere Arbeit aktuell besonders interessant sind.

1. Die DSGVO und wie TYPO3 darauf vorbereitet ist

Ein zentrales Thema auf den Developer Days war die DSGVO und wie TYPO3-Websites in Zukunft datenschutzkonform betrieben werden können. Da dieses Thema bei den meisten unserer Kundenprojekte relevant ist, war uns dieses Thema besonders wichtig. Generell war sehr deutlich zu spüren, dass sich viele Entwickler in der letzten Zeit intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt- und dabei einige Nerven und Zeit investiert haben. Die DSGVO wirft für viele – auch von Seiten der Kunden – nach wie vor Fragen auf. Eine unserer Fragen war, wo der TYPO3 Core überall IP-Adressen speichert und wie wir diese Datenspeicherungen anonymisieren oder löschen können.

Georg Ringer brachte ein bisschen mehr Licht ins Dunkel. Er stellte die aktuellen DSGVO-Funktionen vor, die in der neuen TYPO3 9.5 LTS-Version enthalten sind und gab nützliche Tipps, worauf Entwickler, insbesondere bei der Speicherung von personenbezogenen Daten achten müssen. Auch das DSGVO-konforme Vorgehen beim Löschen oder Anonymisieren von Nutzerdaten hat er an einigen Beispielen aus der Welt der TYPO3-Anwender gezeigt. Zur spannenden Frage, was zu tun wäre, wenn man als Entwickler Nutzerdaten löschen- die Relation zu anderen nicht personenbezogenen Daten aber durchaus behalten möchte - hat er einen interessanten Lösungsansatz gegeben. Dieser ist: die Daten mit zufallsgenerierten Daten zu überschreiben. Dazu können im TYPO3 Felder von Datenbanken gekennzeichnet werden, die sensible Nutzerdaten enthalten. Diese Felder können mit Hilfe eines Scheduler Task später überschrieben werden.

2. Design Thinking als Innovationsansatz für nutzerorientierte Lösungen

Wir brauchen mehr Empathie für die Bedürfnisse der Nutzer! Wenn wir in Zukunft digitale Produkte und Services entwickeln wollen, die Erfolg haben, dann brauchen wir innovative Lösungen, die konsequent aus Anwendersicht und nicht etwa nur aus Sicht unserer Auftraggeber überzeugen. So die Grundaussage der Londoner UX Designerin Picca Neri Sie stellte auf der Konferenz Design Thinking als einen Kreationsprozess vor, bei dem Entwickler und Designer explizit nutzerorientiert an einem Tisch zusammenarbeiten.   

Nutzerorientiert, denn am Anfang des Prozesses steht der Aufbau von größtmöglichem Verständnis für die Bedürfnisse der Nutzer. Es geht darum, möglichst viel über die Nutzer zu erfahren und daraus Fragestellungen zu erarbeiten. Durch gemeinsames Brainstorming im Team entstehen dann vielfältige Ideen und Lösungsvorschläge, die zügig mit Prototypen getestet werden sollten. So fördert man nicht nur Ideenaustausch, sondern es steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Lösung dabei herauskommt, die eine hohe Akzeptanz bei Nutzern erfährt.

Auch wenn Design Thinking kein neuer Ansatz ist, so danken wir Picca trotzdem für ihren sehr frischen Beitrag, denn sie hat uns nochmal vor Augen geführt, dass wir Entwickler uns im Grunde auch als Designer verstehen müssen. Denn was uns tagtäglich gemeinsam antreibt ist, wie wir Probleme von Anwendern lösen können.  
Perspektivisch ist uns diese Herangehensweise in Projekten wichtig. Nicht nur, um innovative Lösungen zu verwirklichen, die sich durch hervorragende UX auszeichnen. Sondern insbesondere auch bei der Weiterentwicklung unserer Backendoberflächen, deren Nutzer – Redakteure – bei Großprojekten häufig eher sekundär behandelt werden.

Foto: Annett

3. Tools und Software zur Optimierung unserer Prozesse

Unser dritter und letzter Themenschwerpunkt der Developer Days drehte sich um die Frage, wie wir unsere eigenen Entwicklungsprozesse mit Hilfe verschiedener Tools und Software optimieren können. Hier sind uns die Sessions von Helmut Hummel und Nicole Cordes positiv hängen geblieben.

Helmut stellte Verbesserungen zum TYPO3 Setup vor, die für uns sehr interessant waren. Sein Setup baute auf Composer und TYPO3 Console auf, mit einigen zusätzlichen Bausteinen, die er erstellt hat, um TYPO3 einfach in mehreren Umgebungen laufen zu lassen. Für uns besonders interessant war, dass verschiedene Setups in Abhängigkeit der TYPO3 Context-Variable geladen werden können und so einfach zwischen verschiedenen Stagings geswitcht werden kann. Denn das erleichtert uns Entwicklern die Arbeit mit verschiedenen Entwicklungsumgebungen und deren unterschiedlichen Einstellungen enorm.

Nicoles Vortrag am Sonntag drehte sich um die Frage, wie man die Wartung von TYPO3 Extensions verbessern kann. Sie stellte das Leistungsspektrum bewährter Tools vor, mit denen Coding Standards festgelegt werden und die konsistente Einhaltung der Standards überprüft werden können. Darunter Tools wie PHP Code Sniffer oder der PHP CS Fixer. Um suboptimale Codes, vorhandene Bugs oder mögliche Fehler zu entlarven, empfahl sie u.a. den PHP Mess Detector. Durch die konsequente Einhaltung und Prüfung der Coding Standards, kann die Code Qualität gesteigert- und damit am Ende die Wartung von Extensions verbessert werden. Auch wenn Nicole leider keine wirklich ganz neuen Tools vorstellte, war die Evaluierung der bekannten Tools für uns trotzdem sehr hilfreich.

Und wer jetzt noch mehr Details über einzelne Vorträge erfahren möchte, die wir innerhalb der vier Tage besucht haben, der wird in Annetts Blog fündig.

Workshops, Coding Night und Karaoke Till Death

Insgesamt waren es wieder sehr bereichernde Developer Days. Im Vergleich zum letzten Jahr in Malmö wurden zwar etwas weniger Vorträge angeboten, dafür aber wieder mehr Workshops. Wir haben an echt guten Workshops über die Arbeit mit Fluid, Docker und PHP Unit Testing teilgenommen und Wissen mit anderen Entwicklern austauschen können. Am Rande der Konferenz haben wir dieses Jahr auch bei der Coding Night viel für uns mitgenommen. Wir haben ein Review einer Core-Extension durchgeführt und unser Wissen über das Testing Framework Codeception weitergegeben.

Alles in gewohnt lockerer und herzlicher Atmosphäre – auch einer der Gründe, warum wir immer wieder gerne auf die TYPO3 Developer Days fahren. In der TYPO3 Communitiy braucht man keine Scheu zu haben, konkrete Probleme anzusprechen, denn Vorschläge zur Optimierung des Systems werden immer mit Freude angenommen und in der Open Source Gemeinde weitergegeben. Genauso wenig Scheu hatte Lidia am Donnerstagabend auf der Karaoke Bühne, als sie "Rock You Like a Hurricane" von den Scorpions performte. Das hat nicht nur riesen Spaß gemacht, sondern irgendwie auch unser Community Gefühl noch mehr gestärkt. Wir freuen uns auf die nächsten Developer Days und natürlich auf das TYPO3Camp Mitteldeutschland #t3cmd, das vom 24- bis 26. Januar in Dresden stattfindet. See you there!

Foto: Andreas Wolf