Vue.js Amsterdam 2025

Veranstaltungen

Jedes Jahr treffen sich hunderte Entwicklerinnen und Entwickler aus ganz Europa in Amsterdam, um sich über aktuelle Trends, Best Practices und Updates rund um das beliebte JavaScript-Framework Vue.js auszutauschen. Vor der imposanten Media Wall des Theaters Amsterdam erlebten unsere webits spannende Vorträge und haben viele wertvolle Eindrücke und Impulse mitgebracht.

Die Keynote: Performance is Key

Eröffnet wurde die Konferenz vom Vue-Erfinder Evan You, der ein starkes Fazit nach 11 Jahren seit der Veröffentlichung seines Frameworks zog. Die Community wächst und das verdeutlichte er in Zahlen: 500 Updates und Patches, zwei Millionen User weltweit, die Vue derzeit nutzen und über sechs Millionen Downloads pro Woche.

Das zweite Takeaway der Keynote war die Performance. Diese habe sich seit dem Upgrade des Frameworks im Herbst 2024 deutlich verbessert. Zu den Features der kommenden Version werde auch eine technische Verbesserung gehören, welche Vues Speicherbedarf reduzieren und die Performance weiter erhöhen würde.

Zum Schluss gab Evan einen Einblick in die Projekte verschiedener Communities, die mit Vue arbeiten. Aktuell werde das Vorhaben einer Standardisierung von JavaScript-Tools vorangetrieben und man arbeite an einem Vue-basierten Prototypen für Lynx, dem Open Source Framework von TikTok. Ziel dabei ist es, in Zukunft Apps für Android und iOS mit Vue entwickeln zu können.

Effizienter Ressourceneinsatz

 Zu einer Konferenz wie der Vue.js Amsterdam gehören nicht nur  Entwicklungstipps – etwa, was gute Vue-Komponenten ausmacht und wie man sie schreibt. Es geht auch darum, Best Practices zu Themen wie Wirtschaftlichkeit und Effizienz zu vermitteln. Yauheni Prakopchyk vom Vue-Dienstleister Epicmax erklärte zum Beispiel, wie ältere Projekte, die auf Vue 2 basieren, effizient zu Vue 3 migriert werden können. Dies hänge von der Projektgröße und den verfügbaren Ressourcen, vor allem aber vom tatsächlichen Bedarf ab. Für ältere Projekte, die hauptsächlich gewartet werden müssen, lohne sich eine Migration erst dann, wenn sie tatsächlich um neue Features erweitert werden sollen.

Vue-Vorteile ohne Expertenwissen

Für die Erstellung von Online-Formularen wurde das spezielle Framework Vueform mit dem zugehörigen Vueform Builder von seinem Entwickler Adam Berecz vorgestellt. Mit diesem ist es möglich, Formulare einfach per Drag-and-Drop in die gewünschte Form zu bringen und anschließend in eine Vue-Anwendung zu importieren. Der Clou dabei: Mit dem Form Builder ist das Erstellen auch ohne Programmierkenntnisse problemlos möglich, was Workflows in diesem Bereich deutlich vereinfachen dürfte.

Ähnliches gilt für Nuxt Studio, das der Nuxt Lead Developer Baptiste Leproux in seinem Vortrag vorstellte. Mit diesem Web-Tool können Redakteurinnen und Redakteure Seiten wie in einem klassischen CMS erstellen und müssen nicht mehr umständlich direkt in Markdown-Dateien auf einer Textebene arbeiten.Stattdessen erhalten sie eine Vorschau, die es ihnen ermöglicht, ihre Änderungen visuell und live nachzuvollziehen. Diese können dann je nach Bedarf umgesetzt und wieder rückgängig gemacht werden. Alles in allem beschleunigt Nuxt Studio also  die Redaktionsarbeit und macht sie wesentlich intuitiver.

User Experience für alle

Für Input in Sachen User Experience haben sich unsere webits vor allem zwei Vorträge geschaut. In einem stellte der Schöpfer des Frameworks Nuxt Sebastien Chopin die User-Interface-Bibliothek Nuxt UI vor, die eine große Menge an User-Interface-Elementen wie Buttons, Cards, Dropdown-Menüs und vieles mehr enthält. Der reiche Fundus an fertigen Elementen, die sich zudem auch noch an die Corporate Identity anpassen lassen, sorgt dafür, dass die Entwicklungszeit insgesamt sinkt und Seiten nicht zwangsläufig gleich aussehen müssen, nur weil sie mit Nuxt UI erstellt wurden.

Der zweite Vortrag befasste sich mit der User Experience von Menschen mit Behinderungen. Die Microsoft MVP Louëlla Creemers sprach darin über die Anforderungen des neuen European Accessibility Act an barrierefreie Webdienste und damit an die Arbeit von Entwicklerinnen und Entwicklern. Ihre Live-Umfrage machte deutlich, dass selbst die Mehrheit des anwesenden Fachpublikums den Anteil von Menschen mit Behinderung an der Gesamtbevölkerung unterschätzt. Viele Menschen, so Louëlla, seien nur vorübergehend eingeschränkt – etwa durch einen gebrochenen Arm – und das werde beim Thema Barrierefreiheit oft vergessen. Das Ergebnis der Umfrage hat unsere webits zugegebenermaßen erstaunt. Wir hätten gedacht, dass ein stärkeres Bewusstsein vorherrscht, denn das Thema ist schon lange ein wichtiger Bestandteil in unserer Arbeit. Ein Zeichen dafür, dass Barrierefreiheit unter den Digitalagenturen auf die Agenda gehört.

Was einen guten Entwickler ausmacht

Natürlich dürfen auf keiner Entwicklerkonferenz Sessions zu persönlicher Effizienz fehlen, denn effiziente Prozesse sind schließlich produktive Prozesse. Die Meinung von Filip Rakowski, Speaker und Organisator zahlreicher Vue-Konferenzen, dazu: Beim Entwickeln arbeite man zu oft Aufgaben ab, anstatt wirklich Probleme zu lösen. Es gehe darum, auch an diesem Ende eines digitalen Projektes das große Ganze zu sehen und den Erfolg des eigenen Unternehmens im Blick zu haben. Das gelte auch beim Thema Ressourcen, denn das Schreiben von neuem Code ist laut Filip nur einer von vielen Wegen, das Problem eines Kunden zu lösen. Manchmal brauche es stattdessen nur eine gute Dokumentation, ein Training oder Unterstützung bei der Verkaufsargumentation. Am Ende sei die effizienteste immer die beste Lösung.

Weitere Highlights

Wie immer ist es bei so einer großen Konferenz nicht möglich, alle Talks in einem Recap umfassend wiedergeben. Dennoch möchten wir einige nicht unerwähnt lassen:

  • Die Vorträge von Eduardo San Martin Morote aus dem Vue Core Team und Jakub Andrzejewski vom Software-Dienstleister Monterail über die optimierte Performance durch Colada, eine Erweiterung des Vue-Tools Pinia, sowie Möglichkeiten, eCommerce-Prozesse zu beschleunigen. Getreu dem Motto: Performance is money!

  • Reza Ranibars Ausführungen zu den Vorteilen von Vue und Nuxt bei der Aufteilung großer Apps und Webseiten in Microservices, am Beispiel seines Arbeitgebers Funda, des größten niederländischen Immobilienportals

  • Und schließlich der Talk vom Shopware Engineering Lead Sebastian Seggewiß über Anpassungen an Vue.js, um die eCommerce-Lösung Shopware erweiterbar zu machen

Unsere Vue.js Amsterdam 2025

Jeder Konferenztag begann mit dem Hinweis, dass alle Anwesenden eine aufgeschlossene, internationale, inklusive und respektvolle Veranstaltung besuchen wollen und genau so haben wir die Vue.js 2025 erlebt. Im Theater Amsterdam im Hafenviertel der Stadt traf sich eine kommunikative und Networking-affine Community, zu der sich in den Kaffeepausen oft auch die Speakerinnen und Speaker gesellten, um sich gemeinsam auszutauschen.

Das Publikum wurde durch die Möglichkeit einbezogen, bei einigen Vorträgen live via Smartphone Reaktionen an die Leinwand zu senden. Außerdem konnte man beim abschließenden Q & A dem Vue-Schöpfer Evan You sowie einigen anderen bekannten Gesichtern der Vue-Szene Fragen zum Lieblingsframework stellen.  

Nach einer so spannenden Konferenz haben wir reichlich Input im Gepäck und sagen: Amsterdam, wir kommen gerne wieder!